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PROJEKTE 2003

 

Mädchenheim für minderjährige, ehemals zwangsprostituierte Mädchen in Bulgarien

Im August 2006 finanzierten wir unseren Patenkindern einen
7-tägigen Aufenthalt am schwarzen Meer. Laut Auskunft des Direktors waren es für die Mädchen wunderbare und glückliche Tage.

Ebenfalls im August konnte mit den Umbau- bzw. Renovierungs-arbeiten des Nebengebäudes begonnen werden. Dieses Haus
soll ein – individuelles Zuhause – für ca. 8 Mädchen, jedes Jahr wechselnd, werden. Hier sollen die Mädchen im letzten Jahr vor ihrer Entlassung in 2-Bett-Zimmern (jetzt wohnen sie überwiegend in 4-Bett-Zimmern) wohnen, in der eigenen Küche kochen lernen,
in dem Waschraum ihre Wäsche pflegen und einen gemeinsamen Wohn- und Essraum haben. Darüber hinaus sollen diese Mädchen
in regelmäßigen Abständen für andere Mädchen aus dem Heim kochen. Es ist auch vorgesehen, ein Zimmer in diesem Haus für Betreuerinnen einzurichten, die nur für die Bewohnerinnen dieses Hauses zuständig sind und diese auf die Zeit nach dem Heimauf-enthalt vorbereiten. Sternstunden hat uns für diesen Umbau
EUR 120.000,00 zugesagt. Im November 2006 wird das Haus be-zugsfertig sein.
 

 

Vom 17.12. bis 23.12.2006 waren wir wieder in Bulgarien, um
uns über unser Projekt in Pleven zu informieren. Herr Trenta-
vilov, der Bauleiter für das Wohnhaus in Pleven, begrüsste
uns am Flughafen in Sofia und berichtete uns über die Bau-
stelle. So erfuhren wir, dass einige Subunternehmer entlassen
werden mussten, weil die Arbeiten nicht zufriedenstellend aus-
geführt wurden. Durch die Suche nach neuen Firmen und dem
Umstand, dass Herr Trentavilov ca. 200 km von Sofia zur Bau-
stelle fahren muss, hat sich die Renovierung geringfügig ver-
zögert.

Mit einem gewissen Unbehagen trafen wir am nächsten Tag in
Pleven ein und waren aufs angenehmste überrascht, wie weit
die Renovierungsarbeiten fortgeschritten waren. Das neue
Wohnhaus der Mädchen, das für die Abgängerinnen der Schule
gedacht ist, stellte sich als kleines Schmuckstück heraus. In
den Zimmern, welche je für zwei Mädchen gedacht sind, wird
Eigenverantwortung und Selbständigkeit gefördert, da nun
nicht mehr die Heimleitung, sondern die Mädchen für den Zu-
stand der Zimmer verantwortlich sind. Eine moderne und groß-
zügige Küche soll das Zentrum für Kommunikation und Vorbe-
reitung eines geregelten Lebens sein. Hier können sich die Mäd-
chen über gesunde Ernährung und Hauswirtschaft informieren.
Leider gibt es von den zuständigen bulgarischen Ministerien
sehr strenge Vorschriften für die Lehrkräfte für Hauswirtschaft,
Kochen und Ernährung. Deshalb wird es wohl nicht ganz ein-
fach sein, geeignete Lehrkräfte zu bekommen. Die Renovierungs-
arbeiten sind zum großen Teil abgeschlossen, die sanitären Ein-
richtungen benötigen noch ein wenig Zeit.

In der Schule gibt es allerdings noch einige Dinge, die verbessert
werden müssen. So gibt es immer wieder Schwierigkeiten mit
den Toiletten un den Duschräumen. Da in den Toiletten keine
Fenster vorhanden sind, ist eine künstliche Beleuchtung not-
wendig. Die Glühbirnen werden aber nicht regelmäßig erneuert.
Ebenso werden die Warmwasserboiler für die Duschen nicht
regelmäßig beheizt. Die hygienischen Bedingungen in den
Duschen und Toiletten leiden darunter. Wir werden gezielt
darauf achten, dass die Bedingungen in Zukunft besser werden.

Trotz dieser Unzulänglichkeiten wurden wir wegen unseres lang-
jährigen Engagements sehr herzlich zur Weihnachtsfeier be-
grüßt. Ein Unterhaltungsabend mit sowohl folkloristischen als
auch modernen Darbietungen zeigte uns, dass wir willkommen
waren und bestärkte uns in unserer Arbeit für die Mädchen.

Nachdem die Mädchen im vorigen Jahr Winterkleidung als Weih-
nachtsgeschenk erhalten haben, schenkten wir ihnen heuer auf
Wunsch zwei Fersehgeräte und ein neues Mirkophon für ihre
Veranstaltungen.

Bei diesem Weihnachtsfest trafen wir auch Elenka, die gerade
auf dem Weg aus diesem Heim in eine selbständige Zukunft ist.
Als Roma geächtet und als minderwertig abgestempelt, bemüht
sie sich als Näherin in einer Fabrik mit einem Monatslohn von
160 Leva (ca. 80 €) das Leben zu meistern. Nach der Arbeit
in der Fabrik besucht sie die Abendschule um das Abitur nach-
zuholen. Ihr Ehrgeiz und ihre Konsequenz sollte Vorbild sein
für die Mädchen im Heim und für unsere Arbeit.

Monitore für Brutkästen eines Mutter- und
Kind-Heimes in Pleven

Im Jahr 1995 hat Sternstunden e.V. zwei Brutkästen für die Früh-chen im Heim „Mutter und Kind“ in Pleven angeschafft.

Um wichtige Daten bei der Pflege der Frühchen, wie Puls, Atmung, Herz und Sauerstoffgehalt im Blut zu ersehen, wurden Monitore,
die am Brutkasten angebracht werden und jede Abweichung dieser lebenswichtigen Daten signalisieren mit Hilfe von Sternstunden
e. V. angeschafft.

 

   
Wir unterstützen zwei Heime in Bulgarien