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Besuch im März 2005 des Heimes für ehemals zwangsprostituierte Mädchen in Bulgarien Im März 2005 haben Doris Winklhofer, Jenny Keiser und Nicole Wagner wieder einmal das Mädchenheim in Podem besucht. Bei dem 3-tägigen Aufenthalt in Podem wurden viele Gespräche mit den Mädchen und der Lehrerschaft geführt. Dabei stellte sich heraus, dass die Modernisierung der Schlafräume auf die Mädchen und Erzieher sehr positiv gewirkt hat. Vor allem die älteren Mädchen, die auch schon länger im Heim sind, reinigen und pflegen die neuen Möbel und versuchen mit Kleinigkeiten eine wohnliche Atmosphäre zu schaffen. Deutlich zu erkennen war, dass die jüngeren Mädchen oft noch gar nicht in der Lage sind sich auch nur um sich, geschweige denn um die Pflege einer Raumes zu kümmern. Viele der Mädchen sind auch mit 15 Jahren noch (oder wieder) Bettnässerinnen. Mittagsappell der Mädchen vor der Schülersprecherin und einigen Erziehern |
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Durch unsere inzwischen regelmäßige Präsenz im Mädchenheim hat sich nicht nur die Beziehung zwischen der Heimleitung und unserem Verein vertieft und wesentlich verbessert, sondern auch das Verhältnis zu den Mädchen. Diese waren am ersten Tag unseres Aufenthalts teilweise noch recht zurückhaltend, haben dann aber mit der Zeit Zutrauen gefasst und uns über ihre Bedürfnisse und Probleme erzählt. Dabei haben wir festgestellt, dass unser Verein auf dem richtigen Weg ist und unsere Hilfe für die Mädchen wirklich wichtig ist. Wir sind momentan die einzigen Personen und die einzige private Hilfsorganisation die Zugang zu den Mädchen und dem Heim hat. Die Heimleitung gewährt uns nicht nur regelmäßigen Kontakt zu den Mädchen, sondern versucht unseren Wünschen und Erwartungen entgegen zu kommen. Aus unserer Sicht ist das zwar noch nicht genug, aber unter Berücksichtigung der dortigen Situation ist das schon ein großer Schritt. Unserer Meinung nach könnte der Einsatz für die Mädchen durch einzelne betreuende Personen im Heim größer sein und auch für die Zukunft der Mädchen, die das Heim verlassen müssen, wird kaum oder gar nicht gesorgt. Mittagsappell vor Direktor Zarnov und Erziehern |
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Dies hat vielschichtige Gründe, wie zum Beispiel der Mangel an geeigneten weiterführenden Schulen für die Mädchen oder die fehlende Finanzierung des Schulbesuches und der Unterkunft. So ist es aus unserer Sicht besonders wichtig, die Mädchen nach Verlassen des Heimes weiter zu unterstützen, um ihnen bei ihren ersten Schritten in die Selbständigkeit behilflich zu sein. Dies kann z.B. durch die Gründung einer Wohngemeinschaft oder dergleichen geschehen. Hier besteht noch Diskussionsbedarf, wie dies in die Praxis umzusetzen ist. Bis es soweit ist, wollen wir bei Bedarf gezielt helfen. Zum Beispiel Eliza, die derzeit zwar eine Teilzeitbeschäftigung als Näherin gefunden hat und damit ca. 40 Leva (20,- €) im Monat verdient, aber schon alleine für ihre Unterkunft 60 Leva bezahlen muss. Snejana mit zwei Mädchen der 11. Klasse |
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Eine für unseren Verein und auch für die Mädchen wichtige Neuerung hat sich durch die Bekanntschaft mit unserer neuen bulgarischen Freundin Snejana (Schneeflöckchen) aus Sofia ergeben. Snejana ist Fotografin und eine langjährige Vertraute von Jenny Keiser. Snejana spricht auch deutsch und hat sich bereit erklärt unseren Verein tatkräftig zu unterstützen. Sie hatte uns schon im Januar 2005 geholfen, Winterjacken für einen großen Teil der Mädchen zu besorgen und diese dann mit dem Vater von Viktoria Velikova in das Mädchenheim gebracht. Unser Schneeflöcken hat uns während unseres ganzen Bulgarienaufenthaltes begleitet und so konnten wir uns besser kennenlernen. Sie ist eine sehr zuverlässige und vertrauenserweckende Person, die von den Mädchen auf Anhieb gemocht und angenommen wurde. So trafen wir gemeinsam die Entscheidung, dass Snejana in Zukunft alle 14 Tage das Mädchenheim besuchen wird und die Patenschaftsgelder in Absprache mit den Erziehern und der Heimleitung direkt an die Mädchen verteilen wird und so auch mehr Einblick in die Vorgänge im Heim bekommt. Durch die regelmäßigen Besuche können sich die Mädchen jetzt direkt mit ihren Sorgen, Nöten und Wünschen an Snejana und unseren Verein wenden. Um uns weiter die hohen Gebühren bei den Geldtransfers nach Bulgarien zu sparen, haben wir in Sofia ein Konto eingerichtet. Wichtig war uns auch, die im Sommer 2004 durchgeführten Renovierungsarbeiten selbst zu kontrollieren. Es ergab erfreulicherweise nur kleinere Beanstandungen. Besonders die sanitären Anlagen sind nun in einem deutlich besseren Zustand. Wir planen gemeinsam mit den Sternstunden ein leer stehendes Haus auf dem Gelände zu renovieren, in dem die älteren Mädchen selbstverwaltet im letzten Schuljahr leben sollen. Die Entscheidung über die Umsetzung fällt wohl gegen Ende diesen Jahres und ist abhängig von der weiteren Zusammenarbeit mit der Heimleitung. Erster Ausflug mit den Mädchen der 11. Klasse |
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Am zweiten und dritten Tag unseres Besuches hatten wir viele persönliche Gespräche mit den Mädchen, die mit ihren großen und kleinen Bitten zu uns kamen. Gerne haben wir versucht diesen nachzukommen. So bekamen einige der Mädchen neue Schuhe und sogar diverse Zahnarztbesuche, um neue Schneidezähne zu bekommen, konnten wir finanzieren. Inzwischen haben wir ca. für die Hälfte der Mädchen eine Patenschaft übernommen. Auch springen wir ein, wenn ein Kind mal einen Monat kein Geld von den Eltern bekommen kann. Die Mädchen sind auf dieses Geld angewiesen, da sie alle Hygieneartikel selbst kaufen müssen oder zum Beispiel ein paar Süßigkeiten auf dem wöchentlich Spaziergang ins Dorf. Wir konnten die Mädchen auf einen Spaziergang ins Dorf begleiten, der die einzige Abwechslung in der Woche ist. Die Gruppenbetreuer besuchen mit den Kindern ein Café, und wir konnten beobachten, dass es sogar Betreuer gibt, die den ganz armen Mädchen mal einen Kaffee oder eine Cola bezahlen! Dies ist besonders erwähnenswert, da die meisten Betreuer auch kaum etwas verdienen. Auch wird mal die Musicbox angeworfen oder der Musikkanal im laufenden Fernseher voll aufgedreht, um eine heiße Sohle aufs Parket zu legen! Einige der Mädchen sagten uns, dass die 2 Stunden die schönsten in den letzten Monaten waren. Das gibt einem natürlich schon zu denken, aber durch unsere Zusammenarbeit mit der Heimleitung haben wir doch einiges erreicht: Die Mädchen wollen Kontakt mit uns, wir haben das Vertrauen der Heimleitung und das Versprechen, dass diese mit uns kooperiert. Wir sind auf dem besten Weg, den Mädchen eine Wohnmöglichkeit nach Verlassen des Heimes zu eröffnen und durch die Kontakte von Jenny Keiser konnte diese für einige auch Perspektiven für die Zukunft eröffnen. Tanzen im Dorfcafé! |
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Allerdings fallen auch immer wieder Mädchen durch das Netz, wie zum Beispiel Zafira, die uns gebeten hat , dass wir uns nach ihrer 12jährigen Schwester erkundigen. Die Schwester hat schon ein Kind und Zafira vermutet, dass diese wie sie von der Mutter zum Diebstahl und Prostitution gezwungen wird. Nach Angaben der Heimleitung sollte man dem Mädchen zwar nicht alles glauben, doch wir hatten aber das Gefühl, dass ihre Geschichte stimmt, da Zafira um nichts für sich selbst gebeten hat! Leider ist Zafira nach den Osterferien nicht in das Heim zurückgekehrt, aber sie erzählte uns, dass sie einen netten Freund hat, der sie heiraten will. Wir hoffen inständig, dass das stimmt und der Junge gut zu ihr ist. Wir versuchen Kontakt zu der Schwester aufzubauen, was sich aber als schwierig erweist, da wir keine Kontakte zur Caritas oder überhaupt in diesen Ort haben. Der Besuch im Heim hat uns wieder viel Kraft für die weitere Arbeit gegeben und uns vor viele neue Herausforderungen gestellt. Wir lernen weiter dazu und versuchen aus unseren Idealvorstellungen und Wünschen realisierbare Projekte zu machen. Wir wollen und werden nicht aufgeben, denn was wir mit Erschütterung festgestellt haben, ist, dass die Mädchen nicht den geringsten Stellenwert besitzen. Nicht in ihren eigenen Augen, nicht in den Augen einiger Erzieher und Betreuern und schon gar nicht den Augen der Gesellschaft. ABER in unseren! Hausaufgabenzeit in den Klassenzimmern |
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Besuch des Kindergartens der Hilfsschule Kyrill und Methodius in Ruse kurz vor dem UmbauDieser Kindergarten ist für sozialschwache Minderheiten (vor allem Roma-Kinder) gegründet worden. Der Um- und Ausbau des baufälligen Kindergartens wird von uns Anfang 2005 in Zusammenarbeit mit den Sternstunden e.V. durchgeführt. Von den Sternstunden e.V. erhalten wir einen Betrag von 100.000 EUR der den Um- bzw. Ausbau finanziell abdeckt. Die Einweihung der neuen Räume findet am 15. September statt. Jenny Keiser wird anwesend sein!
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Die Roma-Kinder spielen auch gerne außerhalb der Öffnungszeiten auf dem Schul- und Kindergartengelände. Außerdem freuen sich sehr über die Süssigkeiten von Jenny! |
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